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Schuld ist der Bossa-Nova 2011 Bad Hersfelder Zeitung


Bad Hersfeld. Frankfurt am Main assoziiert man als Musikfan wohl kaum als Wiege erstklassiger
lateinamerikanisch geprägter Musik. Und auch bei Brasilien denkt man nicht unbedingt an modernen
Fusion-Jazz. Umso überraschender ist das aktuelle Live-Projekt, das der Frankfurter Fusion-Gittarist
Oliver Kraus gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Partner, dem Bassisten Alex Holz,
und dem Schlagzeuger Claus Hessler ins Leben gerufen hat.


Lateinamerikanisch geprägten Fusion-Jazz auf allerhöchstem spiel- und gesangstechnischen
Niveau präsentierte die deutsch-brasilianische Formation „Juliana da Silva & Just Friends“ am
Samstagabend im Bad Hersfelder Buchcafé. Foto: Rödiger
Als Trio „Just Friends“ intonieren die drei Hessen, unterstützt von der hervorragenden brasilianischen
Sängerin Juliana da Silva, brasilianische Bossa-Nova und Samba-Klassiker und raffinierte Fusion-Jazz-
Kompositionen mit lateinamerikanischer Einfärbung.
Am Samstagabend spielte die vierköpfige Formation live im Buchcafé. Weltklasse-Gitarrist Oliver Kraus ist
dort kein Unbekannter mehr, denn er spielte bereits mit seiner eigenen Fusion-Rockband und als
Begleitmusiker von Ulrike Pfeifer in Bad Hersfeld.
Die seit 20 Jahren in Deutschland lebende brasilianische Sängerin Juliana da Silva fesselte das Bad
Hersfelder Publikum mit ihrer dynamisch-femininen Gesangsstimme. Sie sang verschiedenste Bossa-Nova
und Samba-Klassiker aus ihrer Heimat mit erstklassiger Authentizität.
Aber auch als Scatgesangskünstlerin braucht Juliana da Silva sich neben ihren Musiker-Kollegen nicht zu
verstecken. Sie arbeitet kreativ und verspielt mit ihrer Stimme, häufig auch synchron mit den schnellen
Gitarrenläufen ihres Bühnenpartners Oliver Kraus.
Auch Bassist Alexander Holz am 6-saitigen E-Bass und Schlagzeuger Claus Hessler hatten viele Solo-
Momente im Programm des Abends. Hier konnte auch die Rhythmusgruppe der Band durch ihr individuelles
Können am jeweiligen Instrument glänzen.
Das begeisterte Publikum im Bad Hersfelder Buchcafé honorierte jedes der beeindruckenden Soli mit lautem
Zwischenapplaus und forderte von den Künstlern des Abends durch langes rhythmisches Klatschen
erfolgreich Zugaben ein. (rö)

Spiellust, Detailschärfe 09/2001 Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die beiden Freunde Oliver Kraus (Gitarre) und Alexander Holz (Baß) bilden ein gut eingespieltes Team, das kammermusikalische Delikatheit und rhytmische Vitalität blendend verbinden kann, zumal da Alexander Holz sechsaitige Instrumente spielt - darunter einen unförmigen Gitarrenbaß - , auf den an melodischer Flexibilität der Gitarre ebenbürtig ist.In diesem Rahmen fügte sich Carola Grey beim Konzert im Frankfurter Jazzkeller antreibend und mitdenkend mühelos ein. Hakelige Themen von Chick Corea wie "Spain" und "Armandos Rhumba" trommelte sie exakt wie ein Percussionist im Sinfonieorchester; losgelassen in solistischen Einwürfen gehen Spiellust und Detailschärfe Hand in Hand.Das Repertoire der beiden Saitenspieler ist breit gefächert. Es reicht von älteren Evergreens wie Take Five und Giant Steps bis zu neuen Stücken von Pat Metheny, Paquito D´ Riviera und Bill Frisell. Rhytmische Herausforderungen zwischen Rock und lateinamerikanischen Brechungen bewältigt Carola Grey ohne Anstrengung.

CD - Vorstellung 9/2001 Fachzeitschrift "AKUSTIK GITARRE"

Just Friends ,,Talking 'bout Strings"

Sie sprechen nicht nur über ihre Saiten - sie lassen sie auch genussvoll erklingen, diese beiden Freunde aus dem Frankfurter Raum. Wieder einmal erlebt man die sonst eher seltene Kombination von akustischer Bass-Gitarre und Nylonstring in einem verblüffend wohltönenden Kontext. Was Pat Metheny und Charlie Haden vor einiger Zeit im Duo perfektioniert haben, hat sich als eine tatsächlich interessante Klangkombination erwiesen.

Mit den neun Titeln der CD reüssieren sie mit so bekannten und eingängigen Themen wie Jobims unsterblichem ,,Girl From Ipanema", mit der Swing-SchnuIze ,,All Of Me", Chick Coreas ,,Spain", John Coltranes Doktorarbeit ,,Giant Steps" und gar mit der ,,Texas-Cowboy-Version" des Klassikers ,,Take Five". Höchst unterhaltsam und geistreich gehen dabei Oliver Kraus (Konzertgitarre) und Alexander Holz (Bass) zu Werke. Ihre Interpretationen leben vom Schwung ihrer Improvisationen, wobei im übrigen auch einmal mehr bewiesen wird, dass ein .JazzBass, zumal in seiner akustischen Gitarrenvariante, keinesfalls dumpf und müde klingen muss, sondern als ein Melodieinstrument durchaus mit klarer, prägnanter Stimme aufwarten kann. Sowohl Gitarrist Kraus als auch Bassist Holz beeindrucken nicht nur mit einer ausgebildeten fulminanten Spieltechnik, sondern in ihren Soli immer auch mit wunderschönen melodischen Ideen. Auch wenn man das Repertoire von Just Friends durchaus in jeder besseren Hotelbar als Hintergrundberieselung zum Drink hören konnte, diese Platte ist ein ambitioniertes, interpretatorisch sehr ansprechendes klingendes ,,Real Book" für Fans der Jazz-Gitarre. -Gregor Hilden-

8/2001 Fachzeitschrift "GITARRE & BASS"

Oliver Kraus (g) und Alexander Holz (b) interpretieren rein akustisch verschiedene Jazz-Klassiker wie ,Take Five, All Of Me, The Girl FromIpanema und, Giant Steps. Die beiden studierten Musiker machen ihre Sache mehr als gut; hier wird virtuos gespielt, und beim ein oder andere Standard ganz kreativ mit dem Material umgegangen. Die akustische Bass-Gitarre & Olivers Nylonstring ergänzen sich vom Frequenzspektrum hervorragend, und Kraus/Holz sind im Gegensatz zu den vielen reinen Gitarren-Duos der Szene zwischen Folk & Jazz eine interessante, unterhaltsame Erscheinung. Nach zwei gemeinsamen CDs präsentieren die Musiker demnächst live ihr Programm "Electric Friends", bei dem sie mit Synth- und E-Gitarre sowie E-Bass neue Wege gehen. Unterstützt werden sie dabei von der bekannten Jazz-Schlagzeugerin Carola Grey.

"Zu zweit sind sie ein ganzes Orchester" 12/2000 Frankfurter Rundschau
Das Duo "Just friends" entführt mit karibischen Rhythmen in ferne Länder / Erste CD

Das Musikduo "Just friends" aus Offenbach und Rüsselsheim entführt mit lateinamerikanischen Jazzklängen in eine ferne Welt. Jetzt ist eine CD auf dem Markt.

OFFENBACH. Bass- und Gitarrenklänge erfüllen den Raum und ein Hauch von kubanischer Atmosphäre liegt in der Luft, während die Musiker Oliver Kraus und Alexander Holz in ihren schwarzen Anzügen an die Blues Brothers denken lassen. Ein Mix aus Latin und Jazz ist die Stilrichtung, für die das Duo Just Friends eine Leidenschaft entwickelt hat.

Die Zwei-Mann-Band, die es seit 1996 gibt, spielt Stücke von Paquito de Rivera, Paul Desmond, Chick Corea und John Coltrane - für Jazzkenner ein wahrer Ohrenschmaus. Zu zweit performen Kraus und Holz Musikstücke, die sonst eine ganze Gruppe mit vielen verschiedenen Instrumenten und auch Gesang inszeniert. "Wir versuchen mit dem Akustikbass und der Akustikgitarre die anderen Instrumente zu ersetzen." Ein großes Ziel - was dabei herauskommt, hört sich professionell an.

Zum Beispiel bei dem bekannten Mackie-Messer-Song wird deutlich, wie viele Parts ein einzelnes Instrument übernehmen kann. "Genau das ist auch der Reiz an der Sache, mit wenig Instrumenten eine große Wirkung erzielen", sagt Alexander Holz. Diese Herausforderung braucht auch Oliver Kraus. "Wir wollen auf jeden Fall ein Duo bleiben und uns nicht vergrößern", sagt er. Schon der riesige Bass von Alexander Holz sieht spektakulär aus, statt der normalen vier Saiten hat er sechs. "Alexander findet herkömmliche Bässe langweilig, er braucht immer etwas Skurriles", sagt Oliver Kraus. Diesen Bass gebe es nur dreimal weltweit, sagt Holz.


Unter der Internetadresse www.nurfreunde.de können sich Fans des Duos aktuelle Informationen über die Gruppe holen. Die CD kann übers Internet oder bei Auftritten käuflich erworben werden.
Seit kurzem gibt es auch die erste CD von Just Friends. Unter dem Titel "Talking about strings" haben die Künstler eine Auflage von 500 Stück selbst produziert. "Man könnte die CD gut als Momentaufnahme von Just Friends betrachten", sagt Holz. Auch einige Lieblingsstücke der Musiker sind auf der CD. Kraus ist beispielsweise ein großer Fan des Jazz-Pianisten Chick Corea, so ist auch das Stück "Armanos Rhumba" vetreten. Kraus und Holz sehen die CD als wichtige Sprosse ihrer Karriereleiter, da sie nun an eine breitere Öffentlichkeit herantreten können.

 

Beide kennen sich über die Frankfurter Musikwerkstatt, eine Berufsschule für Jazz und Popularmusik. Nach dem Examen entschlossen sie sich, gemeinsam ein Duo zu gründen. Beide waren schon von früher Kindheit an musikbegeistert und spielen in verschiedenen Musikgruppen, so auch gemeinsam in der siebenköpfigen Band Brigada Especial.

Der 30 Jahre alte Kraus hat als Kind angefangen Akkordeon zu spielen, später ist er auf Gitarre umgestiegen. Auf einer Studienreise nach Kuba hat er mit Einheimischen Musik gemacht, was ihm viele neue Eindrücke verschaffte. "Die Menschen dort sind mit mehr Spaß bei der Sache und die Motivation ist größer", sagt er. Der Umgang untereinander und auch "Musik machen" sei freier und spielerischer. Der Aufenthalt auf Kuba und eine Reise nach New York seien der Auslöser für sein großes Interesse an Latin Jazz gewesen.

Der 30-jährige Alexander Holz hat im Alter von neun Jahren angefangen Klarinette zu spielen, mit 14 Jahren habe er dann seinen ersten Bass bekommen. "Ich habe schon in vielen Bands gespielt, unter anderem auch Rockmusik à la ACDC." Eines der schönsten Erlebnisse war mit seiner Band "Take Five and friends" ein Auftritt auf dem Kreuzfahrtschiff MS-Europa. Während Holz sein Leben durch die Musik und seine Auftritte mit verschiedenen Bands finanziert, gibt Kraus in der Musikschule Langen im Kulturhaus Klavier-, Keyboard- und Gitarrenunterricht. Damit verdient er sein Grundeinkommen. "Ich will von der Musik nicht finanziell abhängig sein und außerdem auch auswählen können, was ich spiele", sagt er.

Für die Zukunft plant das Duo, auch eigene Stücke musikalisch umzusetzen, und will teilweise auf elektrische Instrumente umsteigen. "Wir wollen musikalisch alles ausreizen, was möglich ist", so Holz. Für das kommende Jahr sind einige Auftritte in Kreis Offenbach in Planung. Zunächst steht am Mittwoch, 10. Januar, 12 bis 14 Uhr, in Frankfurt-Niederrad ein Auftritt im "Artricom" (Leonastraße 17) an.

Von Katja Glatzer-Hellmond